Der Rat des
Apothekers
Oktober 2011




Der Rat des Apothekers

Keuschlamm oder Agnus castus?

Mönchspfeffer!

"Sie müssen mir unbedingt helfen, bitte!" Mit diesen Worten kam vor über 2 Monaten eine nette junge Dame, Mitte 20, in unsere Centrum- Apotheke zu meiner Stellvertreterin. "Ja gerne, womit darf ich Ihnen helfen?" "Also, mein Freund ist mit mir böse, weil ich manchmal so zickig bin." "Wie oft kommt das vor?" "Na ja, jeden Monat ein paar Tage lang! Eigentlich bin ich doch ganz lieb und verträglich, aber dann wieder ei- ne Furie. Himmelhochjauchzend, dann gleich wieder zu Tode betrübt. Er sagt, er hält das so nicht mehr aus." Meine erfahrene Stellvertreterin fragte behutsam: "Sind Sie eventuell schwanger oder stillen Sie?" "Nein." "Das klingt ganz nach prämenstruellem Syndrom. Da habe ich für Sie ein alterprobtes Mittel, das schon die alten Griechen vor 2.500 Jahren für die Tage vor den 'Tagen' kannten und nutzten."

Der wild wachsende Strauch wurde der Sage nach Agnus castus oder Keuschlamm genannt. Und auch im Mittelalter gab es kluge Menschen, die ihn kannten und nutzten. Weil er einerseits half, die Keuschheit zu bewahren, andererseits so aromatisch war, wurde er sogar zur beliebten Würze des eintönigen Mönchs-Essens und -Lebens. Ein kulinarischer Höhepunkt, sozusagen Mönchs-Pfeffer! Heutzutage ist Keuschlamm wieder in aller Munde. Igitt, wie der wohl schmeckt? Ich glaube, als Mönchspfeffer ist er aromatischer. Schluss jetzt, bevor meine Kolumne noch zur Feinschmecker-Bibel mutiert. Was Frauen schon seit Tausenden von Jahren wertvolle Dienste geleistet hat, ist heute ein modernes, wirksames, pflanzliches Arzneimittel, viel älter als alle Schüssler-Salze zusammen. Mönchspfeffer wartet darauf, von Frauen wieder- oder neu entdeckt zu werden, die einen sanften Ausgleich für ihre enormen hormonellen Schwankungen suchen.

Da der weibliche Körper nicht mehr so viel Wasser speichert, sind Brüste oder Beine nicht mehr so geschwollen, die Waa- ge ist morgens nicht mehr der größte Feind. Der Tag beginnt freundlicher. Die Schuhe passen wieder. Ebenso wie die Partnerschaft, die nicht unter diesen unkontrollierbaren, regelmäßig vor den Tagen auftretenden Problemen leidet. Letzte Woche war nach gut 2 Monaten die verzweifelte Mittzwanzigerin wieder bei meiner Stellvertreterin. Sie sagte, dass alles im Lot sei mit ihrem Freund, sie nicht mehr an den Tagen vor den Tagen so unausgeglichen sei und sich besser unter Kontrolle habe. "Ich fühle mich wie neugeboren, wie ein ganz anderer Mensch! Ich bin doch gerne Frau!" So hat meine Stellvertreterin mit ihrem Rat zu Mönchspfeffer das Glück der jungen Frau vollkommen gemacht.

Ihr Mönchspfeffer-Apotheker Bodo G. Kaibel und Ihr Team


Ihrer Centrum Apotheke



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